Nalli Sonnenschein

Frohe Ostern! Corona Tagebuch Woche 4

Beitragsbild Frohe Ostern!

Frohe Ostern, liebes Tagebuch!

2020 ist also das Jahr, in dem der Osterhase mir 2 Pakete Klopapier ins Nest gelegt hat. Und ich mich darüber freue. Wenn mir das im letzten Jahr jemand erzählt hätte!

Auch ansonsten strahlt mir die Sonne aus dem Arsch. Ich weiß gar nicht so genau, warum. Wahrscheinlich ist einfach Frühling. Oder es liegt daran, dass ich diese Woche deutlich weniger online war als in den ersten drei Wochen zuhause. Naja, jedenfalls war ich weniger in sozialen Netzwerken unterwegs. Sondern mehr so auf Netflix. Und das ist ja im Grunde genommen Fernsehen mit mir als Programmdirektorin.

Es ist ein echtes Dilemma. Einerseits ist das Internet im Moment der einzige Ort, an dem man mit Menschen gefahrlos zusammentreffen kann. Andererseits sind eben derzeit alle im Netz unterwegs, weil das der einzige Ort ist, an dem sie mal jemand anderen sprechen können als ihre bucklige Verwandtschaft. Und da merkt man dann schon, dass das lange Alleinsein nicht jedem bekommt. Alles, was seit 30 Jahren zum Zeitvertreib durchs Netz geistert, wird gerade wiederbelebt.

Online-Trends

Besonders beliebt sind derzeit Bilderrätsel, in denen man rausfinden muss, welches Symbol welcher Zahl entspricht, und dann eine Mathe-Aufgabe lösen. Gern auch mal verknüpft mit der Aussage, nur mega-Intelligente könnten das Rätsel lösen. Da mach ich nie mit, weil’s mir voll peinlich wäre, wenn ich falsch läge. Danach könnte ich mich beim Mensa-Stammtisch nie mehr blicken lassen.

Und der andere Trend sind so “random stuff about me” Posts, wo keiner weiß, wo die herkommen. Vermutlich ist das einfach der Ersatz dafür, dass sich niemand mehr für den anderen interessiert. Alle posten nur noch Statements. Auch wenn sie gar das nicht tun. Dann wird einfach das, was sie posten, als Statement interpretiert. Also stellt man sich einfach vor, jemand hätte gefragt.

9 Promis, die ich getroffen habe (einer ist gelogen)

  1. Christian Tramitz
  2. Detlef D. Soost
  3. Janine vom Olivenbaum
  4. Max Uthoff
  5. Claus von Wagner
  6. Hugh Laurie
  7. Thomas D.
  8. Cem Ali Gültekin
  9. Ross Anthony

Dinge, die alle mögen, aber ich hasse

Was für eine dämliche Überschrift! Es gibt nichts, dass ALLE mögen, nur ICH nicht. So speziell bin ich nicht. Ich bin einfach nur ein ‚late adopter‘. Ich brauche manchmal ziemlich lange, bis ich Zugang zu Dingen bekomme. Forrest Gump zum Beispiel. Oder Mobiltelefone. Mein erstes Handy habe ich (gegen meinen ausdrücklichen Willen!!!) zu meinem 30. Geburtstag geschenkt bekommen. Von Games of Thrones habe ich bis heute keine einzige Folge gesehen. Tja, was soll ich sagen? Was man nicht kennt, kann man nicht hassen.

Aber ach, du meine Güte, gibt es viele Dinge, gegen die ich eine leidenschaftliche Abneigung hege! Hier eine kleine Auswahl:

  • Dummheit

Markiere alle Orte, an denen du schon warst, mit einem Herz-Symbol

Herz

Albersdorf, Bad Segeberg, Christiansholm, Delingsdorf, Eggstedt, Flensburg, Glückstadt, Hohenhörn, Itzehoe, Jübek, Kiel, Lübeck, Mölln, Neumünster, Ostrohe, Plön, Quarnstedt, Rellingen, Sarzbüttel, Tellingstedt, Ülzen, Vaale, Weddingstedt…

3 Dinge, die ihr noch nicht über mich wisst

Ja, so seht ihr aus!

Naja, und so geht es halt tagein, tagaus. Manchmal stelle ich mir vor, ich wäre Hackerin und müsste aus den Informationen auf den Profilen meiner Facebookfreunde ihre Passwörter raten. Natürlich könnte ich auch lernen, wie man richtig hackt. Onlinekurse sind ja momentan auch sehr angesagt. Und dann würde ich meine Zeit im Shutdown auch nicht verschwenden.

10 Skills, die ich im Corona-Shutdown nicht improved habe

  1. Italienisch
  2. Hacken
  3. Programmieren
  4. Ignoranztoleranz
  5. Namedropping
  6. Ikebana
  7. Blasen. Eier. Aus
  8. Videos schneiden
  9. Mein Hashtag-Game
  10. Monotasking

Falls hinterher mal jemand fragt „Und? Was hast du gemacht während der Corona-Pandemie?“ kann ich ja nicht sagen, ich hätte einen System-relevanten Beruf. Ich bin halt nicht Ärztin oder nehme bei der Polizei die Denunzianten-Anrufe entgegen. Aber ich kann mich weiterbilden. Für den Fall, dass alle Theater pleite gehen und niemand sich mehr für Kabarett interessiert. Welchen Sinn hat Systemkritik, wenn alle die Regierung supi finden?

Alles supi

Und wenn man nicht alles supi findet, kriegt man dieser Tage derart viel Gegenwind, dass man sich entweder damit arrangiert, als sozialdarwinistischer Spinner oder Verschwörungstheoretiker eingeordnet zu werden. Oder noch schlimmer: Als Liberale. Oder man macht das Internet lieber mal aus und hält die Fresse. Man muss ja auch gar nicht zu allem eine Meinung haben. Oder sie sagen.

Ich mein, jetzt mal ehrlich: Welchen Sinn haben abweichende Meinungen zu Themen, bei denen sich alle einig sind? Warum dürfen Virologen im Fernsehen auftreten, die ein anderes Fachgebiet haben als Christian Drosten? Der heißt doch Christian, oder? Welchen Zweck hat es, auf die wirtschaftlichen Auswirkungen eines Shutdowns hinzuweisen, wenn wir den aus moralischen Gründen eh nicht aufheben können? Was wollen die Dödel, die uns daran erinnern, dass moralische Überlegungen sonst ja auch nicht der alleinige Maßstab sind? Sondern z.B. das Grundgesetz? Können die nicht einfach mal froh sein, dass wir einen gemeinsamen Nenner gefunden haben? Abweichende Meinungen gehören verurteilt, deplatformed und niedergeschrien. In der Einigkeit liegt die Kraft.

Wären wir heute wirklich so viel unglücklicher, wenn nach Galileo keiner mehr gekommen wäre, der dieselbe bekloppte Idee über die Bewegung der Planeten hatte?

Weiß ich nicht. Vielleicht nicht alle. Aber doch die, die in Mathe gut genug sind, um selber nachrechnen zu können. Die würden vielleicht immer mal wieder nachfragen, auf Grundlage welcher Daten andere Leute ihre Entscheidungen treffen. Und könnten es nicht gut aushalten, wenn die Antwort lauten würde: Ist halt so, vertrau doch darauf!

Politik oder Religion?

Wenn ich der Regierung vertraue, ohne die Datengrundlage überprüfen zu können, auf der Entscheidungen getroffen werden, ist das Religion. Kann man machen, aber dann steht dazu, dass ihr blind gehorcht. Und gebt nicht denen, die es nachprüfen wollen, das Gefühl, sie seien Kätzer. Und gefährlich, weil sie die Regeln nicht einhalten wollen. Davon ist gar nicht die Rede! Wenn du der Regierung so sehr vertraust, kann doch jemand, der die Entscheidung überprüfen will, dir keine Angst machen. Wenn die Entscheidung vernünftig ist, kommt doch der, der sie überprüft, zum gleichen Urteil.

Ich glaube ja, die Kätzer sind wie Arturo: Leicht zu hassen, weil er ausspricht, was alle denken: Dass es scheiße ist, in einer Bank auf dem nackten Boden zu sitzen, während andere Honks das Geld raus schaffen! Und weil man an der Situation nichts ändern kann, und gegen den, dem man das zu verdanken hat, machtlos ist, hasst man halt den, der es ausspricht. ICH WILL RAUS HIER!

Ich will stundenlang beim Syrer in den Kissen liegen und mich durch die Mezze-Karte futtern. Zum Flughafen fahren und die nächste Maschine buchen, die ich grade noch erreichen kann. Ich will mir beim Friseur die Ansätze nachfärben lassen statt zuhause das Bad blauschwarz zu tünchen.

Oh! Erinnre mich daran, dass ich Angie fragen muss, welche Serie ich ihr als nächstes spoilern soll! Meine Vorhersage zur 5. Staffel Haus des Geldes fand sie nur so semi-witzig.

Jetzt muss ich mir mal überlegen, was der Hase zu essen bekommen soll. Nachdem ich mich selbst zu Ostern in den Möhrenhimmel katapultiert habe mit diesem geilen Rezept für Carrot Cake Energy Balls!

Mach’s gut, liebes Tagebuch. Nächste Woche ist kurz wegen Ostermontag!

Deine Nalli

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